Podcasts – Ein Marketinginstrument für Gründer

Inspiriert von einem Jour Fixe mit dem Titel “Radio- und Fernsehwerbung – Ein Marketinginstrument für Gründer?”, den ich heute besucht habe, werde ich mich in diesem Blog-Post ein wenig über klassische Werbemodelle und die Vorteile von Podcasts äußern.

Die Reichweite von Sendungen beim klassischen Fernsehen wird über 5.000 ! Haushalte bundesweit gemessen (Messmethode: AGF / GfK). In Deutschland existieren knapp 14.000 Städte und Gemeinden. Dazu kommt, dass sich jeder Zuschauer selbst an- und abmelden. Folgendes Szenario: Die Familie sieht eine populäre Samstagabend-Show. Mutter, Vater, Tochter und Sohn müssen sich alle nacheinander durch Knopfdruck am Gerät anmelden. Der Sohn geht vor Ende der Sendung aus dem Haus. Der Sohn muss sich wieder vom Gerät abmelden. Die Sendung ist vorbei. Der Rest der Familie muss sich später auch abmelden. Evtl. wird das Zählen beim Abschalten des Gerätes unterbrochen. Nur wie häufig kommt es vor, daß der Fernseher einfach vor sich hindudelt, weil das Essen fertig ist, das Telefon geklingelt hat, der Nachbar vorbeigekommen ist, …? Die Daten werden nachts übermittelt und zentral ausgewertet. Am nächsten Tag können sie abgerufen werden.

Die Reichweite von Radiosendern wird zweimal jährlich ! mit rund 50.000 Interviews gemessen (Messmethode: CATI, ag.ma). Dafür werden Telefoninterviews mit Personen über 14 Jahren geführt. Gefragt wird nur nach Sendern, die eine Gebühr in Höhe “des Budgets eines Stadtteilsenders” aufbringen können / wollen. Folglich können auch nur diese Sender in den Statistiken auftauchen. Die Auswertung dieser Daten zieht sich über mehrere Monate hin. Die Aussagekraft der Daten wird zudem noch über eine Beeinflussung der Hörer durch Aktionen (Millionen-Gewinnspiele) verfälscht. Glauben Sie jetzt noch zu wissen, wen Ihr Spot erreicht?

Sowohl im klassischen Fernsehen als auch im Radio wird eine professionelle Produktion der Spots empfohlen. Über Professionalität läßt sich allerdings streiten. Ein Podcast wird vielleicht eher durch Authentizität professionell als durch perfekte Aufnahmen und Stimmen. Bei den klassischen Medien durchläuft ein Spot die Disposition, wo er durchaus auch abgelehnt werden kann. Das wird beim eigenen Podcast nicht passieren. Da zeigt sich durch den Inhalt, ob der Stoff was taugt. Und ja, ich vergleiche hier ein wenig Äpfel mit Birnen, weil ein Podcast eine andere Länge als ein Werbespot (i.d.R. 30 Sekunden) hat. Im klassischen Radio ist Sendezeit teuer und man muss sich kurz fassen. Dort besteht nicht die Möglichkeit, sich die Zeit zu nehmen, die man gerne hätte.

Im Podcasting gibt es diese Einschränkung nicht. Ein Podcast läßt sich kostenlos in einer Vielzahl von Portalen anmelden. Bei Podcasts läßt sich in Echtzeit sehen, wieviele Abrufe es gab. Dank Umfrage- und Kommentarfunktionen im Blog oder auf der Begleitwebseite können Meinungen gezielt eingeholt und Fragen direkt beantwortet werden. Podcasts sind mehr als Werbung. Podcasts sind direkte Kommunikation mit einem Hörer, der dadurch zum Kunden werden kann.

Ein kurzer Spot (20 Sekunden) in minimaler Ausführung (1 Sprecher, keine extra komponierte Musik, kaum Sounds) kostet bei einem professionellen Dienstleister um die 300 Euro. Das sind die Kosten für einen Spot ohne eine einzige Ausstrahlung. Dafür läßt sich bereits ein gutes Mikrofon und weiteres Equipment für einen eigenen Podcast erwerben. Ein Podcast kostet Zeit, muss aber nicht viel Geld kosten. Ein Podcast kann daher ein geeignetes Marketinginstrument für Gründer sein.

Über Fabio "Mr. Podcast" Bacigalupo

Seit Ende 2004 betreibt Fabio Bacigalupo das Podcast-Portal podcast.de als zentrale Anlaufstelle für die Podcast-Nutzung in Deutschland. 2010 launchte er den auf Podcast-Hosting spezialisierten Dienst podcaster.de für die Allgemeinheit. Mittlerweile betreibt er auch das Podcast-Label podlabel mit und fungiert als Co-Geschäftsführer beim Podcast-Vermarkter audiotakes.
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1 Antwort zu Podcasts – Ein Marketinginstrument für Gründer

  1. Knut O.E. Pankrath sagt:

    Hallo Fabio und hallo liebe Leser, zu der selben Veranstaltung habe ich auch noch ein paar Takte in die Tastatur gegeben.

    Gruß vom bpwBlogger
    Knut O.E. Pankrath

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