Aus für Podschalk: Thomas Gottschalk beendet Podcast

Thomas Gottschalk verkündet das Ende seines Podcasts mit Nicola Müntefering. „Das war’s, schade. Hat mir immer Spaß gemacht“, erklärt der 70-Jährige. Als einen Grund für seine Entscheidung nennt er Boulevard-Medien.

Nach 20 Episoden endet Thomas Gottschalks Podcast „Podschalk“. In der aktuellen Folge „Flieg’ weiter, Papagei!“ erklärt er seiner Co-Moderatorin, Nicola Müntefering, die Gründe für seinen Rückzug.

„Das Problem ist, unser Podcast […], der wurde zu einer Zitatquelle für Menschen, denen ich die Zitate einfach so nicht gegeben hätte.“ Gottschalk bemängelt, dass seine Äußerungen wiederholt aus dem Kontext gerissen und falsch dargestellt wurden. Seinen Unmut äußert er insbesondere über die redaktionelle Arbeit einiger „Frauenzeitungen“.

Thomas Gottschalk erklärt, dass er anfangs gerne auch an Gesprächen in Clubhouse teilgenommen habe. Doch seit seine Äußerungen von dort übernommen und in den Medien breitgetreten würden, sei ihm die Lust vergangen. Daher habe er die Entscheidung gefällt den Podcast „Podschalk“ einzustellen, auch um besagten Boulevardmedien keine weiteren Vorlagen zu liefern.

Der Podcast „Podschalk“ war eine Produktion von SWR3.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Live-Blog: Audio BarCamp 2021

audio BarCamp 2021

Wir begleiten das erste audio-only BarCamp als Sponsor und auch live in den Sessions. Hier fassen wir einige der besprochenen Themen für euch zusammen.

Hier unser PDF für Podcast-Einsteiger

Podcast Grundlagen: Wie mache ich einen Podcast? Einstieg ins Podcasting. Hilfestellung und Einleitung bereitgestellt durch die Podcast Plattform

Podcast-Apps mit Passwortschutz

Die Frage kam in einer der Sessions auf, deswegen möchten wir auch hier nochmal auf unseren FAQ-Eintrag auf das Thema „Podcasts mit Passwortschutz“ verweisen.

https://www.podcaster.de/faq/antwort-100-wie-kann-ich-meinen-podcast-mit-einem-passwortschutz-versehen#/

Session 1 Audio BarCamp

Podcasts in Unternehmen – Do’s, Don’ts, Anwendungsfälle, Tipps & Tricks (mit Rona van der Zander)

Zum Thema Podcast als Kommunikationsmittel innerhalb von Unternehmen finden sich in dieser Session Neueinsteiger, Dienstleister und Anwender zusammen. Dabei werden ein großes Spektrum von Fragen angesprochen und durchleuchtet: Wie kann ein neu eingeführter Unternehmens-Podcast niedrigschwellig für die Mitarbeiter eingerichtet werden? Wie oft und wie lange sollten die Beiträge sein? Wie können wir die durch Corona verstärkte „Online-Meeting-Kultur“ mit asynchroner Kommunikation transformieren?

Was wir aus den Gesprächen herausfiltern, sind folgende Essenzen:

Podcasts als Werkzeug für Unternehmenskommunikation sollten auf ihre Anwendung abgestimmt sein. Dafür sollte man sich die Merkmale von Podcasts noch einmal vor Augen halten. Da wäre vor allem die Asynchronität. Informationen lassen sich ohne Terminvereinbarung abrufen. Zudem kann in (Abhängigkeit vom Inhalt) über das Gesprochene gezielter kommuniziert werden als mit umständlichen schriftlichen Formulierungen. Die örtliche und zeitliche Unabhängigkeit sowie die Freihändigkeit beim Hören gehören wohl zu den größten Vorteilen.

Bei welchen Anwendungen können Unternehmens-Podcasts also punkten?

• Onboarding/Offboarding: Einarbeitung neuer Mitarbeiter sowie das Teilen von Erfahrungen von langjährigen Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen

Verbreitung von Neuigkeiten und Wissen in großem Umfang, zum Beispiel wenn unternehmensweite Informationen an alle Abteilungen vermittelt werden sollen.

kurze Updates zu Abläufen oder Produkten innerhalb einzelner Abteilungen

Kontexte, Einführungen und Hintergrundinformationen lassen sich auf sprachlichem Weg sehr gut kommunizieren

Eine stets wiederkehrende Frage dabei ist die nach der Motivation für die Hörenden. Wenn Mitarbeiter bereits E-Mails, Wikis, Meetings und sonstige Nachrichten- und Informationskanäle abzuarbeiten haben, sollen sie zusätzlich noch Podcasts hören?

Eine niedrige technische Schwelle und eine gewisse Freiwilligkeit der Hörer ist heirbei der Schlüssel. Ist der Podcast ohne weitere Logins und Suchen schnell zu finden, erleichtert das den Einstieg enorm. Zudem wird beispielsweise ein knackiges 10-Minütiges Update eher gehört als wenn dieses 45 Minuten in Anspruch nimmt. Für Themen, die mehr in die Tiefe gehen, können aber auch längere Beiträge produziert werden.

Session 2 Audio BarCamp

Sprachnachrichten als professionelles Kommunikationsmedium in der Zusammenarbeit (mit Jöran Muuß-Merholz)

Wie mögt ihr eure Sprachnachrichten: Lange Nachrichten vs. kurze Nachrichten

Jöran gliedert seinen Input des Vortrags in drei Blöcke:

  1. Wofür? – Sprachnachrichten sind ein Ersatz für Telefonieren und für inhaltlich unscharfe Themen. Unscharfes, das bedeutet assoziatives Reden, Ideenentwicklung, Zusammenfassungen, usw. Schriftliches empfindet er eher als „scharf“, da das Geschriebene häufig fehlerfrei sitzen muss. Sprachnachrichten eignen sich insbesondere, um Gedanken kreisen zu lassen, auszuschweifen und so Ideen zu entwickeln. Das ist häufig bei interner Kommunikation der Fall. In der externen Kommunikation geht das nur nach vorheriger Absprache mit dem Kunden.
  2. Wie genau? – Jöran findet es wichtig, Sprachnachrichten stärker zu strukturieren. Er plädiert beispielsweise für Gliederungen, also vorherige Zusammenfassungen, was die Hörer erwartet. Auch Betreffzeilen findet er sinnvoll, da sie die Auffindbarkeit gewährleisten. Auch hilft ein „Eilt nicht“ als Betreffzeile dem Hörer einzuschätzen, wie dringend die Sprachnachricht abgehört werden muss.
  3. Erfahrung – Konzeptionen oder E-Mails werden nochmal als Sprachnachricht erklärt und beschrieben, das räumt Unklarheiten aus und beseitigt schriftliche Irritationen. Zudem gehen 10 Minuten Sprachnachricht für beide Parteien, Sender und Empfänger, schneller von der Hand als volle 10 Seiten ausgearbeitetes Konzept.

Session 3 Audio BarCamp

In der dritten Session des Tages beantwortet unser Gründer und Betreiber, Fabio Bacigalupo, sämtliche Fragen rund um das unendlich spannende Thema: Einfach podcasten! Fragen und Antworten rund ums Podcasting im Allgemeinen.

  1. Interne Podcasts:
    Um sicherzustellen, dass der Podcast auch wirklich intern bleibt, sollte gewährleistet werden, dass der Podcast passwortgeschützt ist. Nur wenige Dienste unterstützen diesen Service. Wir haben dazu, wie oben erwähnt, auch einen FAQ-Eintrag erstellt. Apps, die passwortgeschützte Feeds unterstützen, informieren auch die Podcast-Abonnenten über neue Inhalte. Auch browser-basierte Lösungen sind möglich.
  2. Meta-Podcasts:
    Wo kann ich mich hörenderweise über Podcasts informieren? Sendegarten, W&V Podcast, Über Podcast und Podcheck sind spannende Podcasts über Podcasts.
  3. Subscription-Modelle von Apple und Spotify:
    Was sagt die Community zu den neuen Entwicklungen bei den Riesen? Es gibt einige kritische Stimmen dazu, dass große Unternehmen immer mehr Inhalte hinter Bezahlschranken verstecken. Spotify stellt die eigenen Inhalte ganz vorne ins Schaufenster und benachteiligt so kleine Podcaster. Die These: Nur der öffentliche Rundfunk kann den Subscription-Modellen noch etwas entgegensetzen. (Mehr Informationen hierüber in unseren Artikeln zu Apple Podcasts Subscription und Spotifys Bezahlfunktion.)
  4. Welche Software bietet sich für remote Aufzeichnungen an?
    Studio Link und Zencaster sind häufig genutzte Software-Lösungen. Riverside wird ebenfalls erwähnt. Auch Mumble ist eine Option, doch Bedenken zur Qualität werden geäußert. Eine weitere Option soll Zoom sein. (Vorsicht: Zoom schaltet die Aufnahme ab, wenn Teilnehmer das Mikro auf stumm schalten.)
  5. Methodik – Welche Literatur lohnt sich?
    Doris Hammerschmidt, Larissa Vassilian, Sven Präger sind spannende Autoren, die Einsteiger und Fortgeschrittene rund ums Thema Podcasting gut informieren.
  6. Software:
    Mit welchen Programmen können Podcasts produziert werden?
    Hindenburg Journalist erweist sich aus Erfahrung als einfach, leicht verständlich, klein und simpel. Über das podcaster.de-Angebot lässt es sich 90 Tage kostenlos testen: https://pdcst.de/90hindenburg
    Ultraschall, als Integration in die Audiosoftware Reaper, wird ebenfalls empfohlen.
  7. Stimmvorbereitung:
    Übungen für Stimm- und Sprechtraining helfen beim Vorbereiten einer Moderation
    Empfehlung: Gabriele Schleichers morgendliches Seminar. Außerdem: Lax Vox, der Stimmtherapie-Geheimtipp aller professionell Sprechenden und Singenden, lockert die Stimmbänder durch Gegendruck mit Wasser und sorgt für eine stabilere, klarere Stimme. Siehe Video.
  8. Rückmeldung zu podcaster.de:
    Wäre vielleicht ein Tutorial zu Downloads, Statistiken und Abrufen denkbar?
    Ja, gerne! Für alles andere gibt es unser Podcaster FAQ.
    Ein weiteres gewünschtes Feature ist die Integration der Auphonic-Transkriptionen in die Shownotes von podcaster.de. Wir bedanken uns für die Anregungen!

Session 4 Audio BarCamp

Jenseits des Laberpodcasts –  Storytelling und Audiografie in Corporate Podcast (Ingo Stoll)

Erstes Szenario

Einfache Laber- oder Interview-Podcasts sind nur der Einstieg. Podcasts können viel mehr:

Stufe 1: Corporate Podcast (Sachinformationen, Interviews und Gespräche)
Stufe 2: Weitere erzählerische Tricks nutzen. Darunter fallen angereicherte Podcasts. Ein Beispiel hierfür ist der Podcast von Continental mit dem Ziel des Employer Brandings.

Wichtige Elemente sind ein Intro und Erklärungen zum Ablauf. Auch „Stimmenfang“ zahlt darauf ein, das bedeutet man geht mit dem Mikrofon los und fragt Menschen. So entsteht mehr Dynamik im Podcast. Die Stimmen werden zusammengeschnitten und ergeben eine kurze, unterhaltsame Collage. Fachleute sprechen hier auch von „O-Tönen“ zum Thema. Hieraus lässt sich wiederum Gesprächsstoff generieren.

Auch andersherum lässt sich Dynamik erzeugen. Anstatt Statements einzuholen lassen sich Stimmen auch als Fragen einholen. Das lässt sich sowie für die Episode an sich als auch für die Konzeption des gesamten Podcasts nutzen. So entsteht ein Dialog mit denjenigen, die den Podcast auch hinterher hören sollen.

Auch aus anderen Videos oder Podcasts lassen sich O-Töne übernehmen und in die eigene Show einpflegen. Hierbei sind natürlich die Nutzungsrechte und das Zitatrecht zu beachten.

Zweites Szenario

Ein neues Produkt soll lanciert werden. Wie wäre es mit einem Feature dazu?

Am einfachsten gestaltet sich dies mit dem Einnehmen einer Reporter-Rolle. Was würde in die Reportage aufgenommen werden? Beispielsweise die betreffende Produktionsstätte und der Ort, an dem die Idee entwickelt wurde. Welche Meilensteine oder Hürden gab es? Welche Probleme kamen auf, welche antizipierten Probleme tauchten hingegen wider Erwarten nicht auf?

Diese Impressionen zahlen auf das Prinzip der „Heldenreise“ ein und ergeben so automatisch ein Storytelling. All diese Informationen sind spannend für Zuhörer, Kunden und Produktfans.

Chronologische Erzählweise sind die simpelste Form, aber auch Narrative mit konstruierten Spannungsbögen sind denkbar. Musterbeispiel: Moderation – O-Ton – Interview – Studiogespräch – O-Ton – Studiogespräch – O-Ton – Rückblende – Studiogespräch – …

Merke: Für Journalisten gelten Standards, die in Corporate Podcast nicht erfüllt werden müssen. Der Gebrauch der Ich-Perspektive, Lob, Emotionen und Sympathien sind im Unternehmens-Kontext absolut legitim.

Dabei lautet beim Erstellen des Podcasts die Leitfrage: Welche übergeordnete Frage steht im Raum? Sie sollte beim Storytelling ständig im Blick behalten werden.

Aus Schwächen Stärken machen: Gerne auch Umgebungen mit Hintergrundgeräsuchen, Atmosphären oder Arbeitsgeräuschen nutzen. Podcasts müssen nicht klinisch still sein, allerdings sollten die Geräusche natürlich bedacht, geplant und passend sein. Eine solche Kulisse passt auch gut unter Anmoderationen oder Abmoderationen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Spotifys Bezahlfunktion für Podcasts ist online

Spotify Screens
Bild:Spotify

Spotify hat seine Bezahlfunktion für Podcasts „Subscriptions“ freigeschaltet. Der Dienst gilt aktuell jedoch nur für ausgewählte Podcasts und Anchor-Kunden.

„Subscriptions“ ist das Wort der Stunde. Apple und Spotify stellen jeweils Bezahlfunktionen vor, mit deren Hilfe Podcaster Geld für ihre Inhalte verlangen können. Die Dienste setzen jeweils auf kostenpflichtige Abonnements.

Während Apple im ersten Jahr 30% Provision und danach 15% Provision auf gezahlte Beträge berechnet, besagten Gerüchte, dass Spotify seinen Dienst provisionsfrei anbieten könnte. Das tut Spotify auch – zumindest vorerst. Bis 2023 sollen die Zahlungen abschlagsfrei an die Podcast-Produzenten weitergegeben werden. Danach, so verkündet es Spotify, soll die Provision bei 5% liegen. Die Zeit wird zeigen, ob Spotify bei dieser Ankündigung treu bleibt.

Spotifys Demokratisierung

Spotify vermarktet die Subscriptions als scheinbaren Meilenstein in der „Demokratisierung von Audio“ und „Ermächtigung der Produzenten“. Der schwedische Streaming-Dienstleister arbeitet jedoch seit Jahren kontinuierlich daran die freie Struktur der Podcasts zu untergraben. Anstatt Podcasts regulär via RSS-Feed weiterzureichen, lädt Spotify die Shows auf seine Server und streamt sie von dort aus.

In dieser Tradition steht auch der Umstand, dass bislang ausschließlich ausgewählte Anchor-Kunden in den Genuss von Spotifys Subscriptions kommen.

Veröffentlicht unter Kommentar | Schreib einen Kommentar