gPodder – ein freier Podcatcher für Linux, BSD und Maemo

Bei den meisten Podcatchern wurde die Entwicklung in den letzten beiden Jahren leider mehr oder weniger eingestellt. Umso erfreuter war ich mit gPodder einen Podcatcher zu entdecken, der nicht nur kostenlos, sondern auch Open-Source ist und aktiv entwickelt wird.

Das aktuellste Release ist die 0.14.0 “A Short Drink From a Certain Fountain” vom Dezember 2008. Die niedrige Versionsnummer von gPodder ist irreführend was die Stabilität und den Funktionsumfang dieses Podcast Aggregators angeht. Der Podcatcher gPodder überzeugt mit vielen sehr ausgefeilten Features, wobei sich die Entwickler bisher auf das Abonnieren, Herunterladen, Verwalten und Synchronisieren der Podcasts konzentriert haben.

In das Programm ist keine native Wiedergabemöglichkeit eingebaut. Der Verzicht auf einen Player tut dem Programm aber keinen Abbruch. Ein bereits im System installierter Player läßt sich – separat für Audio- und Videopodcasts konfigurieren. Über einen Play-Knopf wird die Wiedergabe mit dem Lieblingsplayer direkt aus gPodder heraus gestartet.

gPodder - Startwizard

Beim ersten Start des Programmes begrüßt den Nutzer ein Wizard, um erste Podcasts zu finden. Es stehen zwei Optionen zur Wahl. Die erste Option lautet Wähle Podcasts aus einer Liste von Beispiel-Podcasts. Mit einer kleinen Ladeverzögerung präsentiert das Programm dem Nutzer eine Liste von Podcasts, die von gpodder.org geladen wird. Die Liste liegt im OPML-Format vor und kann durch Angabe einer anderen Adresse ersetzt werden.

gPodder -OPML-Import

So lassen sich die Abonnements von podcast.de, die auch als OPML-Export zur Verfügung stehen, bequem mit gPodder abgleichen. Später ist die Option über Abonnements -> Nach Podcasts suchen (Stgr+F) aufrufbar. Desweiteren steht eine Top-Liste zur Auswahl und die Möglichkeit YouTube-Channels zu abonnieren. Die heruntergeladenen YouTube-Einheiten ließen sich bei mir allerdings nicht wiedergeben.

Der zweite Button führt zum gpodder-eigenen Service, den ich bisher nicht ausprobiert habe.

gPodder - Episoden

Hat man einige Podcasts gefunden, zeigt gPodder die abonnierten Podcasts mitsamt Podcast-Logo in einer Liste an. Über Rechtsklick auf Icon / Name eines Podcasts lassen sich dessen Optionen bearbeiten. Dort kann der Nutzer z.B. auch Authentifizierungsdetails angeben, wenn ein Podcast Passwort-geschützt ist.

Die Downloadoptionen lassen sich einfach und komfortabel global und per Podcast einstellen. Die heruntergeladenen Podcasts lassen sich wiederum auf einen angeschlossenen MP3-Player überspielen. Der MP3-Player kann vom Typ MTP-basierter Player, MP3-Player mit Dateisystem (USB-Massenspeicher) oder iPod sein. Besonders gut gefällt mir, dass das Programm Episoden auf dem Gerät löschen kann, die als gespielt in gPodder markiert wurden. Das Progamm kann auch auf dem PC aufräumen und abgespielte Episoden nach einem einstellbaren Zeitraum (in Tagen) löschen. Jede Episode läßt sich schützen, so dass sie nicht automatisch gelöscht wird.

gPodder - Synchronisierung Player

Die aktiven Downloads werden in einem eigenen Fenster angezeigt. In einer Liste wird aufgeführt, welche Episoden gerade mit welcher Geschwindigkeit heruntergeladen werden und wie der Downloadfortschritt der Episode ist. Die Geschwindigkeit mit der neue Episoden heruntergeladen werden, läßt sich ebenso begrenzen, wie die Anzahl der gleichzeitigen Downloads.

Mir gefällt die Möglichkeit, den minimierten gPodder mit einem TrayIcon in der Leiste zu verstecken. Der Podcatcher lädt dann auf Wunsch im Hintergrund neue Episoden herunter und synchronisiert diese mit einem angeschlossenen MP3-Player. Der Status der aktiven Downloads wird im TrayIcon als grüner Fortschrittsbalken visualisiert.

Gut möglich Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich Ich werde mein bisheriges Podcatcher-Setup mit bashpodder, kpodder und einem selbstgeschriebenen Bash-Skript zukünftig gegen gPodder eintauschen. Dieser Podcatcher ist genau die Lösung, die ich bisher – nicht nur unter Linux – vermisst habe!

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4 Kommentare zu gPodder – ein freier Podcatcher für Linux, BSD und Maemo

  1. thp sagt:

    Danke für das nette Review 🙂

    Gefundene Fehler kann (und soll) man übrigens auf bugs.gpodder.org melden und Dokumentation zum Programm gibt’s auf wiki.gpodder.org Viel Spaß mit gPodder!

  2. Steffen Koch sagt:

    Hi Fabio,

    bin heute auch durch Zufall auf gpodder aufmerksam geworden. Habe bisher Miro 2 genutzt. Miro hat zwar einen tollen funktionsumfang ist aber ein ziemlicher Ressourcenfresser. Das einzige was mich an gpodder stört, ist das die Ordnernamen soche komischen Bezeichnungen hat wie z.B.“3ed450471c4aa1cbdba519bb355e07a5”.Kann man das irgendwie ändern.Ich hätte gern Ordnernamen wie bei Miro z.B. Tagesschau.de – video oder so ähnlich!

  3. Fabio sagt:

    Hallo Steffen,

    probiere mal die aktuellste Version von gPodder aus. Die Download-Informationen werden beim ersten Start konvertiert und in einer sqlite-Datenbank gespeichert. Danach schreibt gPodder einfach lesbare Verzeichnis- und Dateinamen auf die Platte. Jedenfalls ist das bei mir seit Version 0.15.x der Fall.

    Gruß
    Fabio.

  4. Rene sagt:

    Interessanter Beitrag!

    Ich selber nutze kombinierte RSS Reader / Podcatcher ala Esobi oder Feeddemon. Vielleicht könntet Ihr über diese Tools ja mal einen Bericht schreiben, da diese Art Software doch eigentlich ganz nützlich ist und das Surfen durchaus erleichtert.

    Gruss
    Rene

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