LimeCast – Das offene Podcast-Verzeichnis von LimeWire

LimeCast Homepage Screenshot Die Macher des populären Dateitauschprogrammes Limewire haben angefangen, ein Podcast-Verzeichnis namens LimeCast zu entwickeln. Das Unternehmen baut derzeit die Plattform und sammelt Inhalte. Die Software der Plattform wird als Open-Source Project frei verteilt. Bisher gibt es noch keine offizielle Ankündigung, aber es ist anzunehmen, dass das Verzeichnis früher oder später in die Limewire Software integriert wird.

Das ist eine interessante Entwicklung aus mehreren Gründen. Das Podcast-Verzeichnis ist Limewires erster ernsthafter Schritt in die Welt der Online-Videos. Außerdem könnte Podcastern ein erheblicher Zuwachs an Abonnenten beschert sein. Schlussendlich könnte der P2P-Client Podcasting mit massig Bandbreite helfen, indem Downloads über Gnutella oder BitTorrent verfügbar gemacht werden.

Im LimeCast Verzeichnis finden sich derzeit um die 100 Podcasts. Es gibt eine Detailseite für jeden Podcast, die einen Überblick über die aktuellsten Episoden und verschiedene Abonnementmöglichkeiten bietet. Benutzer können Shows bewerten und kommentieren, Tags hinzufügen und neue Podcasts vorschlagen. Das sind alles Standardfeatures, wie sie auch bei podcast.de gibt. Vieles fehlt bei LimeCast noch. Bisher ist unklar wie sich Inhalte finden lassen, da es weder einen Kategorienbaum noch eine Tag-Liste gibt, die man zum Navigieren nutzen könnte.

Es gibt aber einige berichtenswerte Features. Die Seite bietet verschiedene Abonnementmöglichkeiten für jeden Podcast, angefangen bei iTunes über Miro bis hin zum Original-Feed. Bisher können die Abos nicht online gespeichert werden (Key-Feature bei podcast.de!), aber das Verzeichnis bietet die Möglichkeit RSS-Feeds mit sog. magnet links und torrent files zu generieren. Beides kann dazu genutzt werden, um die Dateien mit Limewire via P2P herunterzuladen.

Das Team bei Limewire hat außerdem einen eigenen PHP-basierten Bittorent Tracker namens LimeTracker entwickelt. Der Tracker wird als Weg die eigene Show zu senden (“broadcast your own show.” ) vermarktet. Ein anderes Dokument spricht davon, HD umsonst zu senden (“broadcast HD for free.”). Auch der LimeTracker befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Wird aber ebenfalls als Open-Source zur Verfügung gestellt, so dass Podcaster die Software auf dem eigenen Server installieren können.

Die ersten Zeichen von LimeCast und LimeTracker tauchten letzten Sommer auf. Die aktuelle Version des Verzeichnisses ist Anfang dieses Monats online gegangen. Limewire war nicht bereit ein offizielles Statement abzugeben, aber ein Insider hat gesagt, dass das Projekt weitere Shows sucht, die ins Verzeichnis aufgenommen werden können. “We are talking to a lot of content owners and getting a lot of very enthusiastic responses” – We sprechen mit vielen Inhalteinhabern und bekommen eine Menge begeisterte Antworten.

Die Begeisterung ist verständlich. Limewire stand nicht so häufig im Rampenlicht wie andere P2P Unternehmen, aber der Client hat immer noch eine große Nutzerbasis. Eine 1-Jahr alte Studie von PCPitstop zeigt, dass Limewire Anfang 2008 auf ungefähr 17 Prozent aller PCs in den USA installiert war. Limewire war zu diesem Zeitpunkt auch bei weitem das beliebteste Programm für Peer-2-Peer mit ungefähr 37 Prozent Marktanteil, was ungefähr doppelt so viel wie uTorrent und der offizielle Bittorrent client zusammen waren.

Den Artikel habe ich frei nach Schnauze aus dem Englischen übersetzt. Vorlage ist der Blog-Post Limewire Embraces Online Video With Podcast Directory and BitTorrent Tracker von Janko Roettgers vom 26. März 2009.

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